Zechpreller

Nur zweimal in meinem Leben bin ich die Zeche schuldig geblieben, einmal, wir waren beide kaum sechzehn, als ich mich mit meinem Freund Jürgen, dem Sohn des Sargtischlers, der zwei Jahre zuvor von zu Hause ausreißen wollte, es mit dem Fahrrad immerhin bis Bremen geschafft hatte, aber am mangelnden Butterbrot gescheitert war, an einem Samstagabend in die Safari-Bar in der Leinstraße wagte und dort von einem Zweimeterschrank von farbigem GI bedrängt wurde, der mir den Griff eines Spazierstocks um den Hals legte und mich aufforderte, zu lachen, woraufhin ich mir vor Angst fast in die Hosen machte, mich mit einer Rechtsdrehung aus dem Krummholz schlängelte und im Armin-Hary-Tempo aus dem Lokal rannte, ohne meine Cola zu bezahlen, das zweite Mal, als ich auf einem Altstadtfest in Hannover auf der Terrasse einer Pizzeria an der Leine zwar glücklich bedient wurde, der Kellner aber fünfmal, meinen Wunsch, zu zahlen, mit “prontamente” beschied, ohne dem nachzukommen, und sich auch auf meinen Zuruf, ich war schon aufgestanden und schob den Stuhl zurück, ich müsse dann eben gehen, ohne zu bezahlen, nicht zu mir bequemte.

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